Methodenansatz
1. Beispiel: Schichtentechnik – Das Arbeiten mit dem Wieder holen
Der Umstand, dass eine erzählende Person eine Geschichte im Laufe der Zeit meisst öfter erzählt und die Varianten der Erzählung abhängig vom Assoziationszusammenhang, dem Publikum, dem Ort des Erzählens von einander abweichen, wird von MemScreen bewusst genutzt. Wir stellen unseren Erzählungen bewusst „Fallen“, suchen die Wiederholung, ja führen sie sogar absichtlich herbei und „kartieren“ (dokumentieren) dabei die jeweiligen Begleitumstände, die zur jeweilig spezifischen Version einer Geschichte geführt haben.
Dazu ist ein intensives Rückfragen der Erzählenden ebenso notwendig wie klare Rückmeldung durch die Zuhörenden.
2. Beispiel: Gesprächsumkehr
Das Gespräch wird neben Deutsch stellenweise auch in Hebräisch geführt. Die Frage: „Was will man eigentlich vom Publikum? Was erwartet man sich von ihm?“ (Telefonat Ilana Shmueli 16.10.09) steht dabei im Mittelpunkt beziehungsweise die Frage: „In welcher Form kommen meine Geschichten bei Euch an? Was tut ihr eigentlich damit?“ Auch mit der Enkelin von Ilana Shmueli wird ein Interview geführt, das wiederum für Ilana Shmueli sozusagen als longterm Feedbackschleife dient. Der Vorgang des Erinnerns selbst wird als künstlerischer Prozess begriffen.
3. Beispiel: Objekte
Filmisch Dokumentiert werden weiters Erzählungen die durch die aktionistische Arbeit mit Erinnerungsobjekten generiert werden: Das Kochbuch der Wiener Großmutter wird in einer Kochaktion in Jerusalem nachgekocht. Wie werden die Speisen schmecken, die im Wien des frühen 20isgsten Jahrhundert niedergeschrieben und im Nahen Osten des 21. Jahrhundert gekocht werden?
Die Stücke aus dem Familienkoffer: Nicht viele der aus Europa vertriebenen Jüdischen Familien, die heute in Israel leben, haben Erinnerungsstücke. In Illanas Familie jedoch wurde ein Koffer mit Familiendingen von Cernowitz über Ungarn nach Jerusalem geschickt. Die in diesem Koffer befindlichen Objekte werden Ausgangspunkte für Erzählungen und gleichzeitig als eigenständige Agenten in Szene gesetzt; sie können – da sie ja Objekte sind – nie ihre Geschichte völlig preisgeben. Auch hier geht es wieder um Leerstellen der Übersetzunge